Poker Übung 3: Position

In der letzten Übung haben Sie erfahren welche Starthand man spielen sollte und welchen man lieber passen sollte. In dieser Übung konzentrieren wir uns darauf wann und wie wir spielen – unsere Position. Ein gutes Verstehen der eigenen Position im Spiel ist äusserst wichtig beim No Limit, da es ein Spiel mit eingeschränkten Wissen ist. Je später Sie bieten müssen, um so mehr Informationen können Sie sammeln. Dies ist natürlich für das gesamte Spiel wichtig, auch wenn diese Übung hauptsächlich auf das Vor-Flop-Spiel konzentriert. Das Konzept kann sehr einfach auf das weitere Spiel verwendet werden.

Also was hat es mit dieser Positionsgeschichte auf sich?

Schauen Sie sich das Bild bitte an:

Pokerskola - Position

Ein Bild sagt 1000 Worte. Ein Bild ohne Erklärung kann aber auch 1000 Worte in japanisch aussagen. Deswegen hier die Erklärung zu unserem Bild. Wie Sie sehen können sind drei verschiedene Positionskategorien beschrieben – Früh (EP), Mittel (MP) und Späte Position (LP). Einige Positionen haben eigene Namen, so z.B. der erste Spieler nach dem Big Blind, der der direkt in der Schussbahn sitzt; im Englischen “Under the Gun” (UTG). Sie haben sicher auch The Button (der Spieler rechts neben dem Small Blind – der Dealer) und Cutoff (der Spieler rechts neben „The Button“) bemerkt. Die Blinds haben wir nicht mit einbezogen, da diese nicht 100% in die Kategorien passen, da Sie vor dem Flop die letzten Bieter sind und nach dem Flop die ersten. Wir betrachten die Blinds etwas später detailierter.

Spieler auf späten Positionen wissen auf Grund des Verhaltens der anderen Spieler viel über deren Hände und dies können sie nun nutzen, um eigene Entscheidungen zu treffen. Spieler auf frühen Positionen haben dieses Wissen nicht, was ihre Entscheidungen schwieriger und riskanter macht.

Wie Sie sich sicher erinnern, haben wir in der letzten Übung gelernt welche Hände Pre-Flopspielbar sind (hohe Taschenpaare, hohe Karten, mittlere Taschenpaare, gleichfarbige aufeinanderfolgende Karten und niedrigere Taschenpaare). Für einer dieser Starthände hat die Position kaum Auswirkung. Hohe Taschenpaare natürlich. Man sollte mit einer solchen Starthand immer mitgehen, wenn nicht sogar erhöhen, egal auf welcher Position Sie sich befinden.

Viele neue Spieler machen beim Erhöhen den Fehler, zu viel oder zu wenig zu bieten. Es passiert sehr häufig, dass ein Spieler nur um einen minimal Betrag erhöht oder aber das absolte Gegenteil davon passiert und ein Spieler gleich in die Vollen geht. Pi mal Daumen kann man jedoch sagen, dass es ein guter Anfang ist, den dreifachen Big Blind plus einen Big Blind für jeden Spieler, der mitgegangen ist, zu setzen. Z.B.: Big Blind=2, Standarterhöhung wäre 6. Sollten zwei weitere Spieler vor uns mitgegangen sein, wären 10 angemessen. Dies ist ein guter Wert zum Erhöhen und sollte als Standart benutzt werden. Sollte vor uns schon jemand erhöht haben, sagen wir auf 6, so sollte uns unsere Erhöhung ungefähr das dreifach dieser Wette sein. In unserem Beispiel sollten wir also auf 18 erhöhen.

Hohe Taschenpaare sind also sehr einfach zu spielen. Aber was ist mit den anderen guten Starthänden?

Hohe Karten, wie AQ und AK, sind häufig auch auf frühen Position erhöhbar. Man sollte AK von jeder Position aus erhöhen, sollte es vorher nicht zu Erhöhungen gekommen sein. Das selbe gilt auch für AQ , obwohl man auf einer frühen Position gelegentlich davon abraten sollte. Mit AK sollten man vor dem Flop meistens sofort wieder erhöhen, da man eine sehr gute Ausgangsposition hat. Mit AQ ist es eventuell anzuraten, sich auf ein Mitgehen zu beschränken. Sollten wir uns z.B. in den Blinds befinden und es wurde vor uns erhöht, kann man AK auch konservativ spielen und einfach mitgehen. Da es nicht unbedingt nötigt ist, Vorflop einen großen Pot aufzubauen, wo wir doch im Prinzip auf den Flop angewiesen sind.

AJ ist da schon sehr viel schwieriger. Auf einer frühen Position ist es meist das Beste mit AJ zu passen. Auf mittleren oder späten Position kann man diese Hand jedoch ruhig mitgehen und im Zweifelsfalle auch erhöhen. Dies scheint komisch zu klingen, doch AJ ist ein typischer Troublemaker auf frühen Positionen und deswegen ist sie besser zu passen.

Betrachten wir dies etwas näher. Angenommen Sie sind der UTG mit AJ. Es gibt noch weitere neun Spieler, die nach uns bieten können. Es ist sehr wahrscheinlich, dass andere Spieler mit besseren Händen mitgehen und man steht dann vor dem Problem, dass selbst wenn man ein Paar flopt, man nicht weiss wie gut oder schlecht das Blatt wirklich ist. Es bleibt dann nur ein Schuss ins Blaue von dieser frühen Position. Und wenn ein Ass flopt, gewinnt man entweder nur wenig, da alle spieler mit schlechteren Karten jetzt abspringen oder wir laufen Gefahr einen großen Anteil unseres Geldes zu verlieren, da es häufig desaströs endet wenn das hohe Paar bei AJ flopt.

Alles sieht jedoch wieder ganz anders aus, wenn auf MP oder LP ist. Sollte es zu einer Erhöhung vor uns kommen, ist es besser zu passen, da AJ normalerweise nicht gut gegen Erhöhungen steht. Sollte man jedoch erst spät bieten müssen und es hat keine Erhöhung vor uns gegeben, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass wir die beste Hand haben. Mit einer Erhöhung, bringen wir andere Spieler dazu eventuell zu passen und übernehmen gleichzeitig die Kontrolle über den Pot. Zusätzlich haben wir den Vorteil der späten Position, dass wir ungefähr einschätzen können, wie gut unser AJ wirklich ist. Und sollte man mit dem Flop nichts erhalten, kann man unter guten Umständen einen sehr wirkungsvollen Bluff ins Spiel bringen. Sollte jedoch ein Ass floppen, sollte man noch einmal überlegen vielleicht doch zu passen.

Nun kommen wir zu den niedrigen Taschenpaaren (22-66). Solche Hände spielt man nur, um auf drei Gleiche zu spekulieren und einen großen Pot abzuräumen. Normalerweise sollte man diese Hände Vorflop mitgehen. Sollte vor uns erhöht werden, kann man ruhig mitgehen. Im Falle von Erhöhung und erneuter Erhöhung bzw. Vorflop untypisch großem Pot sollte man passen. Ein solches Taschenpaar wird recht häufig zu drei Gleichen, was jedoch nicht heisst das man damit alles mitgehen sollte. Man sollte diese niedrigen Paare nur mitgehen, wenn alle anderen Spieler vor gepasst haben und wir CutOff oder Button sind. In diesem Fall sollten wir erhöhen, da die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist die Blinds ohne weiteres zu erhalten und trotzallem mitgegangen werden, erhält man den Pot sehr wahrscheinlich nach Flop. Dies ist jedoch auch der einzige Zeitpunkte in dem man mit dieser Hand vor dem Flop erhöhen sollte.

Die mittleren Taschenpaare (77-TT) sind noch etwas schwieriger zu spielen. Man sollte mit diesen auf LP mitgehen, zumindest wenn nicht mehr als zwei Spieler zuvor mitgegangen sind. Auf EP und MP sollte man eventuell auch mitegehen, selbst wenn man beginnt. Wenn man auf LP ist, aber als erster bietet, sollte man erhöhen. Behalten Sie aber immer im Hinterkopf, dass sollte der Flop nicht vielversprechend sein, ist es sehr unwahrscheinlich, dass dies eine erfolgreiche Hand wird.

Und nun ist nur noch eine Kategorie übrig – die gleichfarbig-aufeinanderfolgenden. Auf einer früher Position sollte man niedrige Kombinationen dieser Art passen. Man hat sehr geringe Aussichten auf Erfolg mit einer Hand wie 43 oder 32 auf dieser Position. Selbst auf einer mittleren Position ist es ratsam niedrige Kombinationen zu passen, man kann jedoch höhere mitgehen. Auf einer späten Position kann man all diese Kombinationen mitgehen. Mittlere Kombinationen dieser Art (wie 87) und hohe (wie JT) kann man von jeder Position aus mitegehen. Die hohen Kombinationen (JT und höher) bieten sogar die Möglichkeit auf einer später Position zu erhöhen, wie man es auch bei den mittleren Taschenpaaren macht.

Gleichfarbig-aufeinanderfolgende Kombinationen werden gespielt um zwei Paare oder besseres zu erhalten. Es handelt sich hierbei um Kombinationen, die auf nach dem Flop gespielt werden und sind einfacher nach dem Flop zu spielen. Diese Kombinationen sind sehr gut, um einen Straight oder einen Flush aufzubauen. Merken Sie sich jedoch immer, dass Sie einen sehr guten Flop benötigen, um ein gewinnfähiges Blatt zu erhalten. Dies geschieht jedoch eher selten, Sie sollten deswegen sehr vorsichtig sein wieviel Sie riskieren.

Nun fehlt nur noch eines – das Spielen von den Blinds. Als erstes auch Profis verlieren Geld wenn sie von den Blinds aus spielen. Das soll aber auch nicht heißen, dass man auf Dauer verliert, wenn man Blinds spielt. Auf den Blinds zu spielen ist natürlich ein großer Nachteil, da man Geld einsetzen muss ohne die Karten sehen zu können.

Desweiteren scheint es ein Vorteil zu sein, dass man einer der letzten aktiven Spieler vor dem Flop ist, es ist jedoch ein extremer Nachteil, da man im Nachhinein immer einer der ersten beim Bieten ist. Man ist über die gesamte Hand im Nachteil, da man alle Züge vorhersehen und auf sein Glück hoffen muss, wärend der Gegner Informationen sammeln kann bevor er Entscheidungen treffen muss.

Dies ist der Grund es für Beginner nicht ratsam ist von den Blinds aus zu spielen. Taschen paare sind spielbar, genau wie hohe gleichfarbig-aufeinanderfolgende und AK, alles andere sollte jedoch gepasst werden. Taschenpaare wie JJ und niedriger, hohe gleichfarbig-aufeinanderfolgende sollten nach dem Flop gepasst werden, sollte man nicht drei Gleiche, zwei Paare oder besser haben. Das spielen von den Blinds ist sehr schwierig und sollte versuchen die Verluste so niedrig wie möglich zu halten: also vorsicht!