Poker Übung 8: Turn und River
Nachdem wir gelernt haben, wie wir den Flop spielen sollten, erlernen wir jetzt wie Turn und River zu handhaben sind. Wärend man alles bisher gelernte auch im späteren Verlauf des Spiels nutzen kann, gibt es doch einige kleine Extras, die Sie wissen sollte wenn man den Turn und den River erreicht und zu Poker im Generellen.
Ein wichtiger Faktor ist die Kontrolle des Pots. Es heißt den Pot niedrig zuhalten, wenn man eine gute aber nicht überragende Hand hat. Nehmen wir an, dass wir vor dem Flop mit AK erhöht haben und beide Blinds mitgegangen sind. Der Flop brachte dann KT4, unsere Gegenspieler warten beide, wir platzierten eine Wette in Höhe des Pots, ein Gegenspieler ging danach mit. Der Turn ist eine Drei und unser Gegenspieler wartet erneut.
Als Standartsituation ist es zu empfehlen ebenfalls zu warten. Wir haben höchstwahrscheinlich das beste Blatt, auch wenn unser Gegenspieler eventuell mit zwei Paaren langsam spielt. Es ist besser zu meiden auf dem Turn in einem solchen Fall dem warten eine Erhöhung folgen zu lassen. Wenn wir ebenfalls warten und unser Gegenspieler auf dem River erneut wartet, platzieren wir eine angemessene Wette. Sollte unser Gegenspieler eine Wette platzieren, können wir diese ruhig mitgehen, da wir, sollten wir das schwächere Blatt haben, nicht allzu viel verlieren können.
Es ist nicht anzuraten zu bluffen wenn man glaubt die beste Hand zu haben. Es heisst, dass wenn man sich sicher ist die beste Hand zu haben, nicht gross zu wetten, da schlechtere Hände häufigt nicht mitgehen und passen. Zum Beispiel: Nehmen wir an, dass wir AA auf der Hand haben, der Flop brachte 984 mit zwei Pik. Der Turn bringt einen Buben, unser Gegenspieler wartet zuerst und geht dann mit unserer Wette mit. Der River bringt einen nicht Pik-König, d.h. auf dem Tisch liegen nun 984JK. Unser Gegenspieler wartet erneut.
Haben wir die beste Hand? Wahrscheinlich. Sollten wir eine Wette platzieren? Nein. In dieser Situation könnte unser Gegenspieler entweder mit zwei Paaren warten oder er blufft. Sollten wir eine Wette platzieren, wird er mitgehen und wir verlieren, hat er seinen Draw jedoch nicht vervollständigen können, wird er passen. Es gibt so gut wie keine Hand, die wir schlagen könnten und unser Gegen würde nicht mit einer von uns platzierten Wette mitgehen. Selbst wenn er Flop und Turn mit TT mitgegangen wäre, er würde kaum eine hohe Wette auf den River mitegehen. Wir wollten in diesem Fall ebenfalls nur warten.
Versuchen Sie Situationen wie diese im Voraus zu sehen. Fragen Sie sich immer ob Ihr Gegenspieler mit einer schlechteren Hand im Nachhinein mitgehen würde.
Vermeiden Sie es auch zuviel zu bluffen. Bluffen ist ein wichtiger Bestandteil von no Limit Poker, es jedoch zu übertreiben ist wie Geld auf dem Fenster werfen. Dies ist vorallem sehr wichtig, wenn ein Spieler, der wartete dann plötzlich doch noch mitgeht. Es ist ganz sicher keine Schande zu passen! Wir erhöhten vor dem Flop, wollten Kontrolle ausüben und jemand ist dann doch mitgegangen. Dann ist es Zeit zu Warten und zu passen (wenn unsere Hand sich nicht verbessert). Den Bluff über Turn und River fortzusetzen ist im Normalfall eine schlechte Idee.
Das Selbe gilt für Semi-Bluffs. Wir wetten nach dem Flop mit einem Draw, jemand geht mit und wir warten nach dem Turn. Unser Gegenspieler wird zu selten passen, um einen fortgesetzten Bluff profitabel zu machen. Den River ohne Einsatz zu sehen ist auch nicht schlecht. Wer weiss schon, vielleicht kommt der Straight oder der Flush ja mit dem River.
Das soll aber auch nicht heißen nie zu bluffen. Vergessen Sie nicht was wir über Pot-Kontrolle gelernt haben. Man kann mit einer guten Hand nach dem Turn warten und eine gezielte Wette nach dem River platzieren, wärend man aber auch kräftig nach dem River Bluffen kann. Nehmen wir an wir haben 76 auf der Hand und platzieren eine gezielte Wette nach dem Flop, wärend wir auf LP vor dem Flop bereits erhöht hatten. Ein Spieler, der sehr viele Hände spielt ist mitgegangen. Auf dem Turn kam eine Acht und wir warteten. Der River bringt eine Zwei und unser Gegenspieler wartet erneut mit JT482 auf dem Tisch.
Hier kann man ruhig einen kleinen Bluff probieren. Unser Gegenspieler ist eventuell nach dem Flop mit einer Zehn oder vielleicht 77 auf der Hand einfach mitgegangen, vielleicht hatte er aber auch einen Draw wie KQ und versucht ebenfalls den Pot mit einem Bluff an sich zu reissen. Nicht vergessen, nicht übertreiben! Ausgewogen aggressiv ist immer besser als „manisch-depressiv-Massenmörder“-aggressiv zu sein!
Das ist alles für jetzt. Behalten Sie all das im Hinterkopf, spielen Sie viel, lernen Sie das Spiel kennen und ich bin mir sicher, dass Sie ein guter erfolgreicher Pokerspieler werden.
