Stunde 2 und es wird spannend

Auf der ersten Seite unserer Serie erhielten Sie Informationen darüber, wie Sie die erste Stunde eines Turniers überstehen und in Teil 2 erfahren Sie nun, wie Sie sich am besten durch die zweite Stunde schlagen.

Sie erinnern sich sicher an die tickende Zeitbombe, über die wir uns in Teil 1 unterhielten. Viele Spieler verfallen beim Anblick der Bombe in irrationales Verhalten. Nach der ersten Pause werden Sie nur noch wenige dieser “selbstzerstörerischen” Spieler finden und Sie werden erkennen, dass sich die Spielweise geändert hat.

Lassen Sie sich davon jedoch nicht verunsichern. Versuchen Sie herauszufinden, wie der Gegner zu seinem gigantischen Chipstapel gekommen ist… hat er eine Münze geworfen und richtig getippt… ist er ein Glücks-River-Spieler… oder hat er in der ersten Stunde, den ein oder anderen zittrigen Bomber mit zwei Paaren in die Verzweiflung gejagt? Schauen Sie ihm genau zu, die Antwort erhalten Sie schon nach ein paar Karten und nun können Sie besser entscheiden, wie Sie vorgehen sollten.

Sollten Sie Ihren Gegner als einen der oben beschriebenen erkennen und einen durchschnittlichen Chipstapel haben, dann müssen Sie nach seinen Schwächen Ausschau halten, denn mit großer Wahrscheinlichkeit wird er dann nicht mit Ihnen am Finaltisch sitzen. Vergessen Sie nicht, auch wenn sich die Teilnehmerzahl mehr als halbiert hat, Sie werden noch sehr viele unerfahrene Spieler finden. Wenn Sie diese Spieler ausfindig machen können, wird sich Ihr Chipstapel in kurzer Zeit verdoppeln.

Es geht alles um den Einsatz

Halten Sie immer im Hinterkopf, dass Ihr Chipstapel das Spiel dominiert und vergessen Sie nicht, es ist immer noch etwas früh, Spieler durch riesige Einsätze zu verscheuchen. Selbst wenn Sie ein Monster auf der Hand halten, versuchen Sie gekonnt, so viele Chips wie möglich ein zu heimsen.

Wenn Sie sich unter den Top 5% befinden, können Sie gut und gern auch etwas aggressiver vor dem Flop wetten, doch seien Sie vorsichtig, dass Sie nicht zu viel riskieren. Lassen Sie sich hauptsächlich mit mittelgroßen Chipstapeln ein, denn viele dieser Spieler haben nichts zu verlieren. Gehen Sie nicht mit zu vielen “All-in”-Harakiri-Aktionen mit, denn Sie laufen zu leicht Gefahr Ihren Chipstapel zu schädigen.

Sie sollten keinerlei Probleme haben, wenn Sie Ihren Chipstapel am Turnierdurchschnittswert halten, schauen Sie deswegen häufiger in der Turnier-Lobby nach, damit sie auf dem Laufenden bleiben… Verlieren Sie aber nicht die Nerven, wenn Sie unter dem Durchschnitt liegen, Sie befinden sich immer noch im “Grünen”, solange Sie nicht das 10-fache des “Big-Blinds” unterschreiten.

Wann geht man am Besten “All-in”

Während der zweiten Stunde werden Sie sicher ein oder zweimal All-in gehen; seien Sie dann jedoch konsequent, aber gehen Sie nicht übermütig damit um. Sie brauchen ein Ass, zwei “Live Cards” oder ein Paar, das versteht sich von selbst… Andere spielen Hände mit K-10, die jedoch recht einfach mit K-B oder A-K überboten werden.

Um das etwas zu verdeutlichen – 9-7 kann mit einer Wahrscheinlichkeit von 37 % A-K schlagen, wobei K-10 nur eine 25% Gewinnchance gegen z.B. einen “Big Slick” hat.

Vergessen Sie nicht, Ihr Hauptziel ist es, im Spiel zu bleiben und Ihren Chipstapel mindestens nahe am Durchschnitt zu halten. Wenn Sie die zweite Stunde überstanden haben, sind im Normalfall runde 2/3 des Feldes bereits ausgeschieden.

Im nächsten Abschnitt erfahren Sie, wie Sie es schaffen, die “Bubble” und damit die Gewinnränge zu erreichen.

Teil 3