Nehmen Sie den Finaltisch in Angriff

Sie sollten nun für ein paar strategische Richtlinien bereit sein, die Sie an den Finaltisch führen.

OK, wir müssen gleich mit der eiskalten Wahrheit starten – wir können keine allgemeingültigen Regeln aufstellen, wie man die Zeit nach der Bubble Phase des Turniers bestreitet. Der klassische, frustrierende Poker Rat, der Graubärte ist: “Es hängt davon ab.”

Schauen Sie, wie oft es klappt:

Sollte ich mitgehen, erhöhen oder passen mit AD, wenn ich als erster Spieler den Einsatz platzieren muss und mich auf einer mittleren Position befinde?

Ich bin am Zug mit 99 und ein Spieler hat mit All-in eröffnet, was 1/3 meines Chipsatzes nimmt – Sollte ich mitgehen?

Letzte Hand, ich habe den Small Blind gezahlt und ich muss All-in gehen, bevor die Blinds mich erreichen – Welche Hand spiele ich?

Sehen Sie?

Gut, vielleicht können wir beim letzten Beispiel helfen – Paare, Asse, oder zwei Live Cards – und Ihre Position ist wichtig (Schauen Sie unter ‘Gewinnränge erreichen’ – Seite 3 nach).

Poker ist ein schönes Spiel, dass jeden bestraft, der denkt, dass es festgelegte Handlungswege gibt. Es gibt keine konventionelle Weisheit. Schauen Sie sich Gus Hansen an – er ist einer der erfolgreichsten Spieler im Live Circuit und er spielt auf eine Art, die nur wenige nachmachen können, ohne daran kaputt zu gehen.

Kennen Sie Ihren Feind

Im höchsten Turnierlevel müssen Sie Ihre Gegner kennen. Zu dieser Zeit haben Sie bereits 3-4 Stunden gespielt und befinden sich hoffentlich seit einer Weile am gleichen Tisch – Ihr Ziel ist es, die Spieler so gut wie Ihre Westentasche zu kennen. Alle Verbleibenden freuen sich über die Chips der Aussteiger.

Zum Beispiel:

Ist der mit dem kleinen Chipstapel ein Kamikaze?

Klaut der mit dem großen Chipstapel mit seinem Raise nicht nur die Blinds? Wenn ja, was kann man dagegen unternehmen?

Ist der Spieler etwa ein Opa… der macht sich wohl Sorgen um seine Elektro-Rechnung?

Auch unter Druck müssen Sie in der Lage sein, Ihren Gegner lesen zu können. Sie müssen verstehen, wie verschiedene Wetttypen, Kartenzusammensetzungen und Profile zu lesen sind, denn auch wenn man es nicht gern zu gibt, jeder ist berechenbar.

Lesen Sie einfach mal das Buch: The Psychology of Poker von Alan Schoonmaker. Er beschreibt die verschiedenen Spielertypen, denen Sie an den Tischen begegnen werden.

Wer ist mit mir am Tisch?

Knickrig/Passiv – Diese Spieler gehen nur sehr selten mit, außer sie haben ein wahres Monster auf der Hand, aber selbst dann kann man sie leicht verunsichern. Man könnte auch sagen diese Spieler sind die Poker Antwort auf Cliff Richard.

Knickrig/Aggressiv – auch hier nur selten mit beim Geschehen dabei, aber wenn, dann mit vollem Einsatz und diktierend. Kann kaum bluffen und versuchen mit den wenigen Händen, die Sie spielen, zu überleben. Sie sind der Frank Sinatra des Poker.

Locker/Passiv – Spielt viele Hände, übernimmt aber kaum die Verantwortung. Ein Mitläufer – der frühe Brian Adams des Poker.

Locker/Aggressiv – Alptraum. Unmöglich zu durchschauen. Spielt viele Hände und liebt es zu erhöhen. Normalerweise kommen die gar nicht weit, aber wenn sie gut sind, dann sind sie kaum zu stoppen – wie Gus Hansen. Wenn sie durchschnittlich oder gar schlecht sind, dann sind sie der Ozzy Osbourne des Poker.

Ihr Job ist es nun, wie ein Musik-Mogul zu agieren und zu wissen, wie Sie Ihr Können genau richtig einsetzen. Knickrig/Aggressiv ist sehr einfach zu spielen und dadurch empfehlenswert, aber das müssen Sie natürlich selbst entscheiden.

Das große Problem jedoch ist, dass die guten Spieler jeden durchschauen können und damit genau wissen, wo die Schwächen der Gegner liegen.

Wie verhindert man das?

Alle Typen, die Schoonmaker beschreibt, haben Probleme:

KP – spielt zu wenige Hände.
KA – geht zu häufig mit und kann kaum das Maximum aus seinem Spiel machen
LP – verliert zu viele Chips, da er fast jeden Flop sehen muss, aber nicht alle gewinnen kann und wird
LA – verliert Chips und blufft zu häufig

Legen Sie sich Ihren Gegner zurecht und ändern Sie Ihr Spiel dementsprechend. Der Druck ist mittlerweile so groß, dass kaum noch Hände voll ausgespielt werden – wenn Sie jetzt Ihr Spiel zu Locker/Aggressiv ändern, kann sich das gut auszahlen.

Sie müssen ein Gefühl für den Tisch, an dem Sie sitzen, entwickeln und sich dem entsprechend anpassen. Es liegt an Ihnen zu erkennen, worauf es ankommt. Wenn Sie Ihren Gegner genau untersuchen und beobachten, werden Sie viele gute Entscheidungen treffen können – und Sie werden den finalen Tisch erreichen.

Teil 6